Denon DJ Prime 4 Review – Die Zukunft des DJs!

Denon Prime 4 review

Der Prime 4 fühlt sich ein wenig an, als würde er aus der Zukunft kommen. Ich habe mir schon vor einigen Jahren die Gedanken gemacht, warum es kein Gerät für mobile DJs gibt bei dem ich keinen Laptop benötige. Ich habe mir genug vorgestellt wie geil es wäre, wenn ich ein DJ Gerät hätte, mit den Funktionen eines Controllers, aber mit einem großen Display und USB Ports zum anstecken von USB Sticks und Festplatten. Und es gibt ja Geräte die in diese Richtung gehen, wie den XDJ-RR / RX oder RZ von Pioneer DJ aber um wirklich mit einer großen Musikbibliothek daran zu arbeiten, ist das Display schon recht klein. Nun hat Denon DJ Anfang des Jahres den Prime 4 veröffentlicht und damit so richtig abgeliefert. 

Es ist ein Gerät, dass viele meiner und eurer Träume wahr werden lässt. Bevor wir aber nun loslegen muss ich euch ehrlich gestehen, dass dieses Gerät derart vielfältig ist, dass es kaum in einem Video oder Blogbeitrag zusammenzufassen ist. Verzeiht es mir also, wenn ich auf einige Funktionen nicht ganz so Detailreich eingehe wie sonst und manche Funktionen und Features in diesem Beitrag und Video nicht zur Sprache kommen, es würde den Rahmen sprengen…

Denon Prime 4

Schon während dem Auspacken, hat mich der Prime 4 überrascht, denn wir sprechen hier von einem Gerät, das echte 4 Kanäle Stand Alone unterstützt, die Möglichkeit besitzt eine Festplatte einzubauen und über ein 10″ Multitouch Display verfügt. Bei diesem Funktionsumfang schafft es der Prime 4 auf gerade einmal 9,7 Kg. Dabei wirkt der Denon Prime 4 absolut nicht billig, ganz im Gegenteil die Verarbeitung hat mich schon überzeugt, als ich ihn das erste Mal auf der Messe begutachten konnte. Die Kombination aus Metall und hochwertig anfühlenden Kunststoffen sorgt einfach für eine optisch sehr ansprechende Oberfläche.

Denon selbst nennt den Prime 4 liebevoll DJ System, und das ist auch vollkommen richtig, denn von einem DJ Controller kann hier wohl kaum die Rede sein. Spätestens mit dem Firmware Update auf Version 1.4 kann man den Prime 4 völlig autark auch ohne vorhandenen Computer benutzen. Die Musik liefert dann einfach ein Streaming Dienst. Will man den Prime 4 jedoch ohne Streaming Dienst füttern, so benötigt man mindestens einen Computer von welchem man die Musik auf einen USB Stick oder die SSD ziehen kann. In meinem Test habe ich sowohl USB Sticks von der Engine Prime als auch von Rekordbox getestet. Gerade bei Rekordbox möchte ich an dieser Stelle noch ein Gerücht aus der Welt schaffen. Ja der Prime 4 zeigt alle Playlisten von Rekordbox USB Sticks an dafür müsst ihr beim Laden des Sticks einfach auf akzeptieren klicken. Auf den Playlisten Reiter muss man übrigens doppelt tippen, und schon öffnet sich die Baumansicht mit allen Playlisten. Bei der Nutzung des Sticks welcher zwar 64Gb hatte aber kein USB 3.0 Stick war, hatte ich keinerlei Probleme, keine abstürzte und kein Freeze auch nach mehreren Stunden Nutzung nicht! Man merkt dem Prime 4 an jeder Ecke an, dass er ein 100% Stand Alone DJ Set Up sein möchte und dieser Aufgabe wird er aktuell gerecht wie kein anderes Gerät auf dem Markt. Kommen wir zu dem meiner Meinung nach geilsten Feature am Prime 4, nämlich der Möglichkeit eine 1 TB SSD Platte einzubauen! Gesagt getan, ich habe keinen Tag warten können, es war eins der ersten Dinge die ich testen musste. Und ich hatte so viele Fragen die es zu beantworten galt.

Wie funktioniert das einlesen meiner rekordbox Datenbank in die Engine Prime?

Wie lange wird es dauern bis meine schlappe 8000 Titel auf dem Prime 4 sind?

Wie einfach ist der Einbau der SSD?

Die Antwort: alles ist viel leichter und schneller als ich es mir je erträumt hätte. 

Kommen wir nun zu den Anschlüssen, wenn man den Prime 4 mal von hinten anschaut, begegnet man einem wahren Anschluss Feuerwerk so viele XLR Outputs habe ich selten an einem DJ System gesehen. Neben dem Master Out ist nämlich sogar der Booth out als XLR ausgeführt, ja und sogar eine Zone Out wurde verbaut und mit XLR bestückt. Aber auch die Mikrofoneingänge sind beide mit XLR Kombibuchsen ausgestattet. Zusätzlich zum Master XLR out gibt es noch einen Cinch Out beide kann man auf Mono oder Stereo stellen was gerade bei der Benutzung einer Maui Säule sehr vorteilhaft ist. Weiter finden wir für jeden Kanal Cinch Eingänge wobei die Kanäle 3 und 4 auf Phono für den Anschluss eines Plattenspielers umgestellt werden können. Ein Lan Port und ein USB-B Port für die Verbindung mit einem Laptop sind ebenso an Bord. Zu guter letzt muss man noch die 4 USB Ports erwähnen. 2 Davon findet man gut zugänglich oberhalb von Deck 2 hier fügt sich auch noch ein SD Karten slot ein. 2 Weitere USB Anschlüsse finden wir auf der Rückseite des Gerätes, diese sind sogar als USB 3.0 ausgelegt und der untere kann zum Laden deines Smartphones herhalten. Letzteres ist gerade dann praktisch, wenn man wie ich das Smartphone als Hotspot für den Prime 4 benutzt, das funktioniert guten LTE Empfang vorausgesetzt nämlich wirklich hervorragend.

Das 10″ Display springt einem sofort ins Auge. Es ist gestochen scharf und reagiert anstandslos, auch mit verschwitzen Fingern. Wem das Suchen über die gut umgesetzte Display Tastatur trotzdem noch zu umständlich ist, der kann einfach ein handelsübliches USB Keyboard anschließen. Die Multi Touch Gesten funktionieren ebenso einwandfrei und gerade das Zoomen der Waveform finde ich sehr intuitiv gelöst. Das ganze fühlt sich an, als wäre man an einem iPad.

Der Prime4 kann allerdings nicht nur Stand Alone betrieben werden, auch Serato User kommen mit dem neusten Firmware update voll auf Ihre Kosten. Ich habe hier aktuell die Beta 1.4 der Firmware installiert aktuell kann man nur über das Drehrad songs auswählen und laden mit den Load Tasten. Aber zwischen den Crates kann man problemlos über das Touch Display wechseln. Euer Serato steht also praktisch nur noch als Bibiothek neben dem Prime4. Toll das man das ermöglicht hat, meiner Meinung nach, sollte man den Prime4 allerdings ganz ohne Laptop nutzen. Dazu aber später mehr.

Auch die Verarbeitung der Potties Fader und Knöpfe ist sehr hochwertig. Kommt man von Pioneer Equipment, werden einem gerade die Knöpfe am Anfang etwas schwergängiger auffallen. Man gewöhnt sich aber recht schnell daran und ich würde keinesfalls sagen, dass mir das nicht gefällt. Das Feeling ist eben ein anderes.

Schauen wir uns ein weiteres unfassbares Feature an, die Zone Out. Eine Funktion die so ähnlich auch bei anderen Herstellern zu finden ist. Der Prime 4 bringt diese aber auf das nächste Level. Man opfert Kanal 4 und kann in diesen Kanal dann eine Playlist legen die automatisch abgespielt wird. Als wäre das nicht genug, so kann man neben der Lautstärke der Zone auch noch die Höhen und Tiefen getrennt regeln. Hier sieht man einfach, dass Denon sich hier Gedanken gemacht hat, oder zumindest mit den richtigen DJs gesprochen hat. Nicht umsonst wird diese Funktion von den meisten Blogs und Magazinen als Killerfeature des Prime 4 für mobile DJs benannt.

Es reist nicht ab, mit den Features, ist euch beim Anblick der Rückseite der LAN Port aufgefallen? Viele denken ja dieser sei nur für die Verbindung zu SC 5000 Prime Playern da, aber dahinter steckt viel mehr, als sich die meisten erträumen lassen. Das Zauberwort heißt StagelinQ. Hierbei handelt es sich um ein Protokoll welches sowohl von Sound Switch als auch von Resolume verwendet werden kann. Mit Sound Switch lassen sich tolle Beatgegriddete Lichtshows umsetzen und mit Resolume Videoshows. Ja, richtig gelesen Videoshows! Okay, dazu benötigt man dann einen Laptop, aber hey wer weiß wie lange noch?

Der Klang und jetzt wird es sehr subjektiv, denn ob ein Gerät besser klingt als ein anderes da streitet sich schon immer die Gesamte DJ und Veranstaltungstechnik Welt. Ich habe den Prime4 an meiner Voice Acoustic angeschlossen 2x Paveosub 112 und 2x Score-5. Im direkten A-B Vergleich hatte ich das Gefühl, dass aus dem Prime4 etwas mehr von allem raus kommt als bei meinem DDJ 100. Die Höhen waren klarer, die Bässe etwas Kraftvoller. Das alles natürlich mit dem gleichen Ausgangsmaterial.

Was mich ebenfalls sehr überraschte war eine kleine unscheinbare Funktion, nämlich dass der Deck selector blinkt, wenn das gerade nicht angezeigte Deck ausläuft. Hier sieht man einfach, das man bei Denon auch in der Lage ist, auf kleine Details großen Wert zu legen.

Nun etwas mehr zur Streaming Integration, aktuell ist es noch Beta aber schon bald wird Denon diese Firmware freigeben und spätestens dann steht streaming direkt auf dem Gerät nichts mehr im Weg. Denon unterstützt derzeit den Streaming Dienst TIDAL den ich auch gerade teste, die Integration ist nahtlos. Kaum klickt man auf das Streaming Symbol, schon kann man die ersten Songs auswählen, alles sieht von der Struktur aus, als wäre es die eigene Mediathek. Das Laden ging sowohl über mein WLan Netz als auch über mein Smartphone als Hot Spot und LTE recht flott. Da der Prime4 sowieso ein Analyse Wunder ist, geht auch das Laden der Beatgrids und Songinformationen rasend schnell. Bestimmt werden hier in Zukunft auch andere Streaming Dienste Folgen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht davor scheue auch die Dinge aufzuzählen die meiner Meinung nach nicht optimal gelöst sind. Die Jog Wheels, also versteht mich jetzt nicht falsch, die verbauten Job Wheels fühlen sich wirklich sehr wertig an und reagieren auf den Punkt ohne spürbare Latenz! ABER die Jog Wheels sind so leichtgängig, dass dies für einen geübten Jog Wheel Nutzer echt zum Problem werden könnte. Gerade wenn man, wie ich, immer wieder gezwungen ist zwischen Pioneer und Denon Equipment zu wechseln kann das durchaus sehr störend sein. So sehr mich dieses Manko aber auch gestört hat, nach 1-2 Stunden real Mixing hatte ich absolut keine Probleme mehr damit. Man muss seine Arbeitsweise einfach ein wenig anpassen und statt die Jog Wheels beim Track Pitching anzusupsen, sie einfach leicht am Rand drehen und dabei festhalten. Dennoch wäre es einfach schön gewesen die Jog Wheels einstellen zu können.

Okay und an dieser Stelle, müsste ich wirklich nach Dingen suchen die mich am Prime 4 stören. Dieses Gerät macht in meinen Augen nahezu alles richtig. Aber es gibt noch etwas was mir am Prime 4 fehlt. Der Sampler, dieser fehlt am Prime 4 gänzlich und dabei ist das so eine tolle Sache. Ich liebe es die Gäste mit Samples zu befeuern. Sei es ein einfacher Zonk bei einem Spiel auf einer Hochzeit oder die altbekannte Hip Hop Hupe im Club. Ich hätte auch schon einen geeigneten Platz für den Sampler, man könnte diesen einfach auf die Pads legen auf denen aktuell der Slicer ist. Sind wir doch mal ehrlich, ich kenne bisher keinen DJ der den Slicer benutzt aber hunderte DJs die sich einen Sampler wünschen. Stimmt doch mal in der Umfrage oben rechts ab, nutzt du die Slicer Funktion als DJ?

Und es gibt noch einen Wunsch, den Denon aber sicher mit einem Firmware Update fixen kann. Aktuell ist es nämlich nicht möglich Songs von einem USB Stick auf die interne SSD zu verschieben. Nicht jeder will den Prime 4 jede Woche im Studio aufbauen müssen um 5 neue Songs aufzuspielen. Es wäre also toll wenn man Songs auch direkt vom USB Stick auf die SSD importieren könnte. 

Shot Liveaufnahme

Jetzt sitze ich da nach zwei Wochen Prime 4, er steht fertig verpackt neben mir und beim einpacken hab ich mir allen ernstes überlegt statt den Prime 4 einfach den DDJ 1000 in die Verpackung zu tun. Einfach mal abwarten wie Denon DJ darauf regieren würde…

Ihr merkt es schon, mich hat der Prime 4 absolut überzeugt! Und ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich ihn nicht nur ein paar Stunden im Studio getestet habe. Nein ich habe diese Höllenmaschine tatsächlich mit auf eine Hochzeit genommen und die gesamte Hochzeit damit bespielt ohne Laptop, aber mit meiner gesamten Bibliothek auf SSD im Prime 4. 9 Stunden lief der Prime ohne irgendein Problem und ich bin mir sicher, er hätte auch noch weitere 9 ohne Probleme durchgehalten.

Wo Denon DJ noch Hausaufgaben hat, ist bei der Software zur vorbereiten. Die Engine Prime lief bei mir zwar problemlos, dennoch kenne ich viele Kollegen die sich über diese beklagen. Was mich an der Engine Prime wirklich etwas störte, waren Schichtweg fehlende Features. Automatisierte Playlisten, Filterfunktionen usw. Aber sind wir mal ehrlich die Engine Prime ist nun kaum 2 Jahre auf dem Markt und Denon kennt ihre Aufgaben, warten wir einfach mal ab was da noch passiert. Von Denon wurde mir zugesichert, dass es in naher Zukunft ein großes Update geben wird und man die Softwareabteilung kräftig aufgestockt hat um die Software zu verbessern.

Ich habe mir in den letzten Wochen viele Gedanken um den Prime 4 aber auch um die SC Serie von Denon DJ gemacht. Hier ist mir noch ein spannender Gedanke in den Sinn gekommen, den ich unbedingt mit euch teilen möchte.

Der SC 5000 Prime Player von Denon DJ ist seit etwa Mitte 2017 erhältlich wenn ich mich recht erinnere. Jetzt ist uns allen klar, das so ein Gerät nicht innerhalb eines Jahres entwickelt wird. Die meisten Geräte sind 1 1/2 Jahre im voraus schon fast fertig und es wird nur noch an der Software gefeilt. Das bedeutet, das Denon DJ Anfang 2016 schon einen SC 5000 im nennen wir es Labor hatten. Spinnen wir das ganze mal weiter… Ich schätze das man von der Grundidee bis zum fertigen Produkt, gerade wenn man wie Denon bei nahezu 0 anfängt mal locker 3 Jahre braucht. Das würde bedeuten das Denon etwa 2013 / 2014 entschieden hat das in die SC5000 WLan Module rein sollen. Und heute 2019 also zwei Jahre nach release und schätzungsweise 5-6 Jahre nach der ersten Idee schaltet Denon DJ das Wlan Modul frei und bringt im Nachhinein Streaming auf alle Player und den Prime 4. Das muss man sich mal ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen.

Nicht nur das Konzept, auch die Umsetzung und auch das versprechen, dass noch viele Updates mit neuen Funktionen kommen werden haben mich neugierig gemacht. So neugierig, dass ich mir den Prime 4 tatsächlich bestellen werde.

Der Prime 4 ist aktuell das einzige System an dem man wirklich 4 Kanäle auch Stand Alone betreiben kann, also ohne Laptop und ohne zusätzliche Zuspielgeräte eben das was man von einem echten Kraftpaket erwartet.

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Author

DJ Stefan Kietz

DJ Stefan Kietz

Stefan ist Mitbegründer des DJ Talks, er hat 2013 mit dem YouTube Kanal dj asosso gestartet, dieser Kanal wurde 2019 in DJ Talk umbenannt und ist mit weit mehr als 5000 Abonnenten aktuell einer der einflussreichsten YouTube Kanäle für mobile DJs in Deutschland. Stefan selbst ist als DJ hauptberuflich unter dem Namen DJ Stefan Kietz tätig

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