Selbstständig als DJ

Unglaublich, wie schnell dieses Jahr verflogen ist, ich habe im vergangen Jahr so viel dazu gelernt, so viel erlebt vor allem aber auch jede Menge neue Menschen kennengelernt.

Sich selbstständig machen ist wohl immer eine schwere Entscheidung und auch mir ist Sie sehr schwer gefallen, denn man gibt ein sicheres Einkommen erst einmal auf. Gerade wenn man wie ich ein gutes Gehalt hatte und als DJ bereits viel unterwegs war, ist es schwierig die Lücke zwischen dem was man bisher zur Verfügung hatte und dem was man als DJ verdient zu schließen.

Hinzu kommen die erst einmal steigenden Ausgaben, denn neben den üblichen Verdächtigen also dem Finanzamt, den Versicherungen und so weiter kommen auch höhere Steuerberatungskosten und vor allem deutlich höhere Marketing kosten auf einen zu.

Die Frage die mir die meisten von euch zum Thema Selbstständigkeit als mobiler DJ gestellt haben ist ob man wirklich davon leben kann.

Eines kann ich euch nach einem Jahr sagen, es funktioniert! Es ist aber nicht einfach und die wenigsten DJs die angeben als DJ selbstständig zu sein, leben wirklich nur von dem Geld als DJ. Fast alle mit denen ich im vergangen Jahr gesprochen habe, haben zusätzliche Einkünfte.

Der eine DJ arbeitet Teilzeit in einer Firma ist also im angestellten Verhältnis
Andere DJs verkaufen sich als Coaches und wiederum andere verlangen 300€ dafür das du Ihnen mal über die Schulter schauen darfst.
Die meisten DJs jedoch vermieten zusätzlich Veranstaltungsequipment oder Fotoboxen
Es gibt aber auch einzelne wenige DJs die es geschafft haben nur von Ihrer DJ Tätigkeit zu leben, hierfür muss man aber eine recht hohe Gage nehmen und benötigt zudem jede Menge bookings.

Ein Freies Wochenende heißt für einen selbstständigen DJ auch immer kein Einkommen. Du musst also jeden Termin an Wochenenden annehmen, den du bekommen kannst, dadurch hast du an den Wochenenden kaum Zeit für Familie und Freunde.

In meinem ersten Jahr in der Selbstständigkeit ist natürlich nicht alles so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe, und ich hatte durchaus Zeiten in denen es ziemlich schwierig wurde. Dennoch muss ich sagen dass ich unter dem Strich sehr zufrieden bin, ich habe hart gearbeitet zum Teil bis zu 20 Stunden an einem Tag, viele Brookings gespielt aber auch bei mir reicht es nicht ganz um nur von der DJ Tätigkeit zu leben.

Ich vermiete mich also meine Arbeitskraft regelmäßig auch an andere Firmen als Subunternehmer, gerade in auftragsschwächeren Monaten wie dem Januar und dem Februar sind diese Auftraggeber sehr wichtig für mich. Ich mache hier auch mal arbeiten die überhaupt nichts mit der DJ Tätigkeit zu tun haben, manchmal muss man eben auch einen Umweg in Kauf nehmen um zum eigentlichen Ziel zu kommen.

Was ich euch mit auf den Weg geben will ist, dass selbstständig sein keinesfalls bedeutet mehr Freizeit zu haben, im Gegenteil man arbeitet mehr und verdient zumindest erst einmal deutlich weniger. Anders als manche Kollegen es in den Sozialen Medien breit treten, ist es gar nicht so einfach davon zu leben, fragwürdig finde ich da auch immer das gerade diese Kollegen die euch erzählen wie einfach die Selbstständigkeit doch sei, jedes Mittel nutzen um Zusatzeinnahmen zu generieren, einer hat mir sogar mal erzählt das er zwischendurch im Supermarkt an der Kasse arbeitet weil das Geld sonst nicht reicht.

Aber es ist ein angenehmeres arbeiten in der Selbstständigkeit, man teilt seine Zeit frei ein, so gehe ich jeden morgen eine gute Stunde entspannt mit unserem Hund spazieren und erlaube mir auch Nachmittags mal ne kleine Pause.

Im Sommer bin ich unter der Woche vormittags an einen See gefahren und auch Arzt Termine sind kein Problem mehr.