Spleeter zerlegt gemasterte Tracks

Das neue OpenSource-Tool Spleeter zerlegt gemasterte Tracks in sogenannte "Stems"

Der Online-Streamingdienst Deezer hat einen Algorithmus entwickelt bei dem bereits gemasterte Tracks wieder in ihre einzelnen Audiospuren zerlegt werden können. Viele kennen die aufwendige Methode der “Auslöschung” um beispielsweise eine Acapella von Titeln zu erzeugen um Diese dann für einen Remix oder ein Mashup verwenden. Bei diesen Verfahren bleibt jedoch oftmals die Qualität auf der Strecke oder birgt zu viele Artefakte eines anderen Instruments in der Vocalspur. 

Die Auslöschung funktioniert in der Regel mit zwei Versionen des gleichen Tracks von dem du die Vocals brauchst. Zum einen der Originalversion, zum Anderen einer Akustikversion (ohne Vocal). Beide Titel sollten im Optimalfall exakt gleich aufgebaut sein. Es ist nicht ratsam die Extended-Version mit Vocals zu verwenden wenn du von der Akustik nur die Originale länge hast. Genauso wenig gut funktioniert das Verfahren mit Remixversionen. Beide Spuren mit passenden Track übereinander können nun “Subtrahiert” werden, in dem das geeignete Programm quasi doppelte Frequenzen ausschneidet. Übrig bleibt bei bestem Ergebnis nur das was in beiden Versionen zusammen einmal vorkommt. Nämlich die Vocals! Leider funktioniert das aber meistens nur mit unerwünschten übrig gebliebenen Frequenzen wie zum Beispiel Gitarren oder Bass.

Und jetzt gibts

Spleeter von Deezer

Und jetzt kommt Deezer mit seinem neuen OpenSource Tool Spleeter und macht Akustikversionen überflüssig. Denn der Algorithmus zerlegt die Tracks jetzt wie von Zauberhand in bis zu fünf verschiedene Spuren (Stems genannt). Dabei natürlich auch die Vocalspur. Das Objekt der Begierde und Herzstück der meisten Remixe. Als Input kann eine MP3-Datei dienen, welche Spleeter zerlegt und einzeln als WAV wieder ausspuckt. Ich habe noch nicht getestet ob auch ein Losslessformat als Quelle funktioniert.

Jetzt stellt sich mir die Frage welchen Sinn es macht aus einer ohnehin schon komprimierten Datei wie MP3 eine unkomprimierte WAV zu machen. Zumal es ja technisch noch nicht möglich ist komprimierte Audiodateien wieder in die Ursprüngliche Qualität, also WAV zu transferieren. Aber zumindest wandeln kann man das Format! Auch wenn es als WAV eben eine gleich “schlechtere” Qualität hat wie die verwendete MP3. Gemacht wird das Ganze vermutlich aus einem einfachen Grund. DAW´s arbeiten Standardmäßig auch mit WAV-Formaten. Zumindest unterstützt Jede dieses Format.

Spleeter von Deezer

Gegenwärtig ist das Tool nur in einer Version als Kommandozeile ohne grafische Oberfläche zu haben. Wer sich also ein wenig mit Programmierung und/oder Kommandotools auskennt kann sich schon daran probieren. Vermutlich bringt diese Errungenschaft eine neue Welle an Mashups und Remixen mit sich. Schauen wir mal was Ihr draus macht! Ich persönlich bin grade dabei das Spleeter-Tool zu testen und schau mir die Ergebnisse unter Verwendung meiner Akai MPC X mal genauer an.

Spleeter von Deezer
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